Schmerzen bei Schülern "erschreckend"

Gesundheit

11.10.2010 -

(dpa) – Mediziner schlagen Alarm wegen weit verbreiteter Schmerzen bei Schülern. Bei der Befragung von rund 1200 Münchner Gymnasiasten hätten 80 Prozent über Kopfschmerzen und etwa 50 Prozent über andere Beschwerden wie Rücken- oder Nackenschmerzen geklagt, berichtete Andreas Straube (München) am 6. Oktober auf einer Pressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress in Mannheim.

Bis zu 50 Prozent hätten angegeben, sich überfordert zu fühlen. Er nannte die Zahlen "erschreckend" und forderte vorbeugende Strategien. Christoph Maier (Bochum) warnte vor der Gefahr, dass Schmerzpatienten medikamentenabhängig werden, weil sie die falschen Mittel erhalten.

Nach Straubes Angaben berichtete fast ein Viertel (23 Prozent) der befragten 14- und 15-Jährigen, dass sie unter sozialem Stress litten, was ebenfalls Schmerzen verursachen könne. Mehr als zehn Prozent hätten weniger als eine Stunde unverplanter Zeit am Tag, etwa 50 Prozent zwei Stunden. Angesichts der Ergebnisse müsse die Gesellschaft sich fragen, "ob diese Verdichtung und Beschleunigung des Lebens (...) auf die Dauer uns allen zuträglich ist und nicht zu zunehmenden Problemen führt", sagte Straube.

Als ein Gegenmittel empfahl er körperliche Bewegung, denn wer sich bewege, habe weniger Schmerzen. So könnten etwa an Ganztagsschulen 20 bis 30 Minuten Jogging eingeführt werden. Zudem könnten die Schulen den Kindern Entspannungstechniken vermitteln. Kinder und Jugendliche sollten außerdem genug verfügbare Zeit haben, damit sie "eben auch mal abspannen" könnten. "Ich glaube, da ist einfach ein ganz großes Umdenken erforderlich."

(dpa-Dossier Bildung Forschung 41/11.10.2010)

 
 

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